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Zahl des Monats 2021 – anerkannte Berufskrankheitenfälle durch COVID-19

103.244

Bislang wurden in Deutschland rund vier Millionen Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Für manche Infizierte ergab sich daraus nur ein milder Krankheitsverlauf, bei ca. 93.000 Menschen endete die lebensbedrohliche Erkrankung jedoch tödlich. Grundsätzlich werden die Folgen von Covid-19-Erkrankungen durch unser Gesundheits- und Sozialsystem abgefedert. Aber was ändert sich, wenn wir uns an unserem Arbeitsplatz oder durch unsere berufliche Tätigkeit infizieren und erkranken?

COVID-19-Erkrankung als Berufskrankheit

Wenn eine Infektion mit COVID-19 durch eine berufliche Tätigkeit eingetreten ist und zu einer Erkrankung geführt hat, können Heilbehandlung und weitere Folgen als Versicherungsfall durch die Berufsgenossenschaft (Unfallversicherungsträger) abgedeckt sein. Voraussetzung hierzu ist jedoch die Anerkennung als Berufskrankheit*, die im Einzelfall geprüft wird.

Zur Anerkennung einer Berufskrankheit nach Ziffer 3101** müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Beispielsweise muss gesichert sein, dass bei der oder dem Versicherten die Infektion auf eine Person zurückzuführen ist, die bei Kontakt nachweislich mit dem Coronavirus infiziert war (Indexperson) und ein intensiver beruflicher Kontakt bestand. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine Anerkennung als Arbeitsunfall möglich sein.

Fallzahlen zu Berufserkrankungen durch COVID-19 

Nach aktuellen Statistiken der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung  (Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften) wurden bis Ende August des Jahres 2021 160.931 Verdachtsanzeigen zu Covid-19 als Berufskrankheit erstattet. Bei 103.244 Erkrankungen führten die Fallentscheidungen bis Ende August 2021 zu Anerkennungen. In 51  Fällen war der Tod der Versicherten durch Covid-19 infolge der versicherten Tätigkeit zu beklagen.

Bereits seit 1994 führen das LIA.nrw bzw. seine Vorgängerorganisationen repräsentative Befragungen der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen durch. Regelmäßig werden dazu etwa 2.000 abhängig Beschäftigte ab 16 Jahren zu wechselnden Themen der Arbeitswelt und Arbeitsgestaltung befragt. Die diesjährige repräsentative Studie wurde von April bis Juni 2021 von der INFO GmbH im Auftrag des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw) durchgeführt.

Weitere Informationen:


*) Was ist eine Berufskrankheit?
Berufskrankheiten sind Erkrankungen, die Versicherte durch ihre berufliche Tätigkeit erleiden und die in der Berufskrankheiten-Verordnung aufgeführt sind. Im Anhang der Verordnung sind aktuell 82 anerkennungsfähige Erkrankungen aufgelistet.


**) Berufskrankheit nach Ziffer 3101 (Definition)
Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war.